Städtetrips sind für mich eine Mischung aus Plan und Zufall: ein paar feste Punkte, aber vor allem Raum für Entdeckungen. Seit Jahren reise ich mit einem kleinen Notizbuch, das mehr ist als eine Packliste — es ist mein persönlicher Reiseführer-im-Notizbuch. Ich habe verschiedene Formate ausprobiert, Apps getestet und Listen ausgedruckt. Hier teile ich, wie ich mein Notizbuch gestalte, damit es unterwegs wirklich nützlich bleibt und nicht im Rucksack verstaubt.
Warum ein physisches Notizbuch und keine App?
Ich liebe digitale Tools, aber ein echtes Heft hat Vorteile: Es ist schnell zur Hand, hat keine Akku-Probleme, lässt sich frei strukturieren und erinnert mich an Orte und Momente mit einer anderen Intensität. Außerdem schreibe ich anders per Hand — Notizen werden konkreter, Ideen klarer. Ein Notizbuch ist auch flexibel: Ich kann Tickets einkleben, kleine Zeichnungen machen oder einen Kassenbon als Erinnerung an ein Café befestigen.
Die richtige Größe und das Material
Für Städtereisen bevorzuge ich ein Format, das in jede Tasche passt: A6 oder etwas kleiner. Ein Hardcover schützt die Seiten, elastische Bänder halten es geschlossen, und ein Lesezeichen hilft bei schnellen Zugriffen. Ich mag Notizbücher von Moleskine oder Leuchtturm1917, weil sie robust sind und oft praktische Extras wie Nummerierung der Seiten bieten — aber einfache, günstige Hefte tun es genauso gut, wenn man flexibel bleiben will.
Grundstruktur: Seiten, die ich standardmäßig anlege
Ich unterteile mein Notizbuch in wenige, wiederkehrende Sektionen, die ich mit einem Washi-Tape oder farbigen Ecken markiere. Das hält das Heft übersichtlich, ohne jede Seite vorzuplanen.
Das sind keine starren Kapitel, eher Module, die ich je nach Reisegewicht verschiebe. Für eine Kulturreise wächst der Abschnitt "Ausstellungen", für Food-Trips steht "Restaurants" im Mittelpunkt.
Vorbereitungsseiten: Was unbedingt rein muss
Bevor ich losfahre, lege ich ein paar Seiten an, die mich vor Ort Zeit und Stress sparen:
So halte ich Orte nützlich fest
Der größte Fehler wäre, Orte nur als Namen zu notieren. Folgende kleine Informationen machen einen Eintrag im Notizbuch praktisch:
Solche Notizen helfen mir später beim Wiederfinden — und ich kann die Infos Freunden weitergeben, ohne lange zu recherchieren.
Makros und Micro-Layouts: Wie ich Seiten gestalte
Ich verwende einfache Layout-Elemente, die sich leicht wiederholen lassen:
Eine kleine Tabelle finde ich oft nützlich, z. B. für Vergleich von Cafés:
| Café | Atmosphäre | Preis | Tipp |
|---|---|---|---|
| Café A | ruhig | € | Fensterplatz |
| Café B | hip | €€ | keine Kartenzahlung |
Wie ich Karten, Tickets und Erinnerungen integriere
Ich klebe Eintrittskarten, Metro-Tickets oder kleine Zettel direkt ein. Das macht das Notizbuch zum Erinnerungsstück und liefert gleichzeitig nützliche Daten (Datum, Uhrzeit). Für lose Dinge nutze ich eine kleine Steckhülle oder schneide eine Seite leicht ein, sodass Belege sicher bleiben.
Minimalismus vs. Vollständigkeit: Was ich weglasse
Es ist verführerisch, alles festhalten zu wollen. Ich versuche bewusst, nicht jede Mahlzeit zu dokumentieren. Ich konzentriere mich auf das, was ich später wirklich brauchen werde: Orte, die mich inspirieren, praktische Hinweise und kurze Reflexionen. Alles andere bleibt in meinem Gedächtnis oder in Fotos.
Digitale Ergänzung ohne Überladung
Manchmal nutze ich das Smartphone ergänzend: Fotos mit Standort, Screenshots von Öffnungszeiten oder Reservierungsbestätigungen. Wichtig ist, dass diese digitalen Dateien nicht das Notizbuch ersetzen, sondern ergänzen. Ich verlinke im Notizbuch gelegentlich mit einem kleinen QR-Code-Symbol auf einen gespeicherten Google-Maps-Eintrag oder eine Foto-Notiz — so finde ich später schnell Details.
Routine unterwegs: Wie ich mein Notizbuch wirklich benutze
Ein guter Trick, damit das Heft nicht unbenutzt bleibt: Ich setze mir eine kleine Gewohnheit. Jeden Abend schreibe ich drei Sätze: Was habe ich gesehen, was hat mich überrascht, was will ich morgen ändern? Diese Mini-Reflexionen sind schnell gemacht und erhöhen den Wert des Notizbuchs enorm. Tagsüber nutze ich es für kurze Skizzen, To-dos und Adressen.
Wenn das Notizbuch nach Hause kommt
Zurück zu Hause blättere ich das Heft durch, markiere Dinge, die ich behalten möchte, und digitalisiere wichtige Seiten (Scan oder Foto). So bleibt die physische Erinnerung erhalten und ich habe gleichzeitig eine durchsuchbare Version. Manche Seiten werden Grundlage für Blogbeiträge oder Geschenkideen — andere bleiben einfach private Favoriten.
Mein Reiseführer-im-Notizbuch ist kein starres Produkt, sondern ein lebendiges Werkzeug: persönlich, flexibel und oft überraschend nützlich. Es geht nicht darum, perfekt zu dokumentieren, sondern unterwegs besser zu denken, zu entscheiden und Erinnerungen lebendig zu halten.